Wie Autohändler an deiner Finanzierung mitverdienen – das Geschäft mit den versteckten Zinsen – Meine Erfahrung

7. November 2025 | Ratgeber

Sie lächeln, reichen dir die Hand, loben dein Auto-Geschmack – und während du schon über die Farbe des Wagens nachdenkst, läuft im Hintergrund ein zweites Geschäft: die Finanzierung.
Was viele Käufer nicht wissen: Autohändler verdienen oft mehr am Kredit als am Auto selbst.


Das System hinter dem Lächeln

Autohäuser arbeiten in der Regel mit sogenannten Herstellerbanken zusammen – also Instituten, die zu den jeweiligen Marken gehören.
Volkswagen hat die VW Bank, BMW die BMW Bank, Mercedes die MB Bank – alle mit einem klaren Ziel: nicht nur Autos verkaufen, sondern Kredite.
Diese Banken zahlen dem Händler eine Provision pro abgeschlossenem Kreditvertrag. Je nach Höhe der Summe und Laufzeit können das mehrere Hundert bis über Tausend Euro sein.
Deshalb wird der Händler alles tun, um dich zur Finanzierung im Haus zu bewegen – oft unter dem Motto: „Barzahler? Da kann ich leider keinen Rabatt geben.“


Der Trick mit dem Rabatt

Viele Kunden glauben, sie sparen durch die Händlerfinanzierung. Tatsächlich sieht der Rabatt auf das Fahrzeug manchmal nur deshalb höher aus, weil er über den Kredit wieder kompensiert wird.

Ein Beispiel:
Du bekommst beim Händler einen Nachlass von 2.000 € – aber der Kredit hat 1,5 % höhere Zinsen als ein Direktbank-Angebot.
Über 60 Monate summiert sich das schnell auf mehr als 1.500 € zusätzliche Kosten.
Unterm Strich bleibt vom „Rabatt“ kaum etwas übrig.


Die Versicherungs-Falle

Und dann gibt’s da noch die Extras: Restschuldversicherung, Ratenschutz, Garantieverlängerung.
Klingt alles sinnvoll, bringt dem Händler aber zusätzliche Provision.
Einige Versicherungen fließen automatisch in den Kreditbetrag ein – das merkt man erst, wenn man den Vertrag wirklich Zeile für Zeile liest.

Ich habe selbst schon Unterlagen gesehen, in denen 800 € Versicherungsbeitrag einfach „eingerechnet“ waren – ohne, dass es klar kommuniziert wurde.


Wie du das Spiel durchschaust

  1. Nach dem Barpreis fragen.
    Immer. Wer wissen will, ob der Kredit wirklich günstig ist, muss wissen, was das Auto bar kosten würde.
  2. Vergleichsangebote einholen.
    Ein Online-Angebot oder ein Direktbank-Vorschlag wirkt Wunder – plötzlich sind Händler ganz flexibel.
  3. Kreditbedingungen prüfen.
    Effektivzins, Gesamtkosten, Versicherungen – alles muss transparent aufgelistet sein.

Mein kleiens Fazit – Wissen spart Geld

Autohändler sind keine Feinde, aber sie sind Verkäufer. Und Verkäufer verkaufen – keine Geschenke.
Wer sich selbst informiert, kann die Tricks durchschauen und trotzdem gute Deals machen.
Ich hab’s mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht, beim Autokauf nicht nur nach PS und Farbe zu schauen, sondern nach Zinsen.
Denn das glänzendste Auto bringt nichts, wenn der Kredit dahinter matt ist.