Warum sich viele Menschen Autos kaufen, die sie sich eigentlich nicht leisten können
Das Autohaus ist voll, die Parkplätze auch. SUVs, Neuwagen, glänzender Lack.
Und trotzdem höre ich immer öfter Sätze wie:
„Die Rate ist zwar hoch, aber irgendwie geht das schon.“
Genau da beginnt das Problem.
Die Illusion der leistbaren Rate
Viele Autokäufe scheitern nicht am Preis – sondern an der Rechnung.
Oder besser gesagt: daran, dass sie gar nicht richtig gemacht wird.
Statt zu fragen „Kann ich mir dieses Auto leisten?“, fragen viele nur noch:
👉 „Kann ich mir die Rate leisten?“
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Eine niedrige Monatsrate sagt nichts über:
- die Gesamtkosten
- die Laufzeit
- die langfristige Belastung
Sie sagt nur eines: Wie lange man sich binden muss, um den Traum am Leben zu halten.
Kredit ersetzt Realität
Früher war das Budget die Grenze.
Heute ist es der Kreditrahmen.
Ballonkredite, lange Laufzeiten, Leasingmodelle – sie alle haben eines gemeinsam:
Sie verschieben die Wahrheit nach hinten.
Die Wahrheit heißt:
- Schlussrate
- Anschlussfinanzierung
- Auto zurückgeben
- oder weiterzahlen
Viele merken erst nach Jahren, dass sie sich nicht für ein Auto entschieden haben –
sondern für einen dauerhaften finanziellen Kompromiss.
Warum das niemand gern zugibt
Ein Auto ist kein reines Fortbewegungsmittel.
Es ist Status, Sicherheit, Identität.
Zu sagen „Ich kann mir dieses Auto nicht leisten“ fühlt sich für viele an wie ein persönliches Scheitern.
Also wird gerechnet, gedehnt, verlängert – bis es irgendwie passt.
Nicht ins Leben.
Aber in den Vertrag.
Was dabei oft übersehen wird
Ein Auto kostet nicht nur die Rate:
- Versicherung
- Wartung
- Reparaturen
- Wertverlust
Und genau dieser Wertverlust ist brutal ehrlich.
Ein Auto verliert Jahr für Jahr an Wert – der Kredit dagegen nicht.
Wer sich finanziell streckt, um ein Auto zu fahren, das eigentlich zu teuer ist, zahlt doppelt:
einmal mit Geld
und einmal mit Freiheit.
Mein Fazit – unbequem, aber ehrlich
Ich glaube nicht, dass Menschen dumm sind.
Ich glaube, sie werden müde gerechnet.
Von Raten, Angeboten, „ab“-Zinsen und Verkaufsargumenten.
Und irgendwann unterschreibt man – nicht aus Überzeugung, sondern aus Erleichterung.
Dabei wäre die ehrlichste Frage oft:
👉 „Wie würde sich mein Leben anfühlen, wenn ich dieses Auto NICHT kaufe?“
Manchmal ist die Antwort überraschend befreiend.