Traumauto beim Nachbarn gefunden? So klappt die Finanzierung von Privat (ohne dass die Bank nein sagt)
Stell dir vor: Du schlenderst durch deine Nachbarschaft und da steht er. Dein Traumwagen. Ein gepflegter 5er BMW oder vielleicht ein schicker kleiner Mazda MX-5. Im Fenster klebt ein Zettel: „Zu verkaufen“. Der Preis? Verdammt gut. Viel billiger als beim Händler um die Ecke.
Das Problem: Der Typ will Bargeld (oder ne Überweisung), und zwar sofort. Er bietet dir keine Ratenzahlung an wie das Autohaus. Was machst du jetzt? Dein Konto sagt „Nein“, aber dein Herz schreit „Ja!“.
Ich hatte genau diese Situation vor ein paar Jahren mal. Und ich hab dabei gelernt, dass die Finanzierung von privat zwar etwas bürokratischer, aber oft viel günstiger ist. Hier erkläre ich dir, wie du das regelst, ohne dich in die Nesseln zu setzen.
Der Unterschied: „Zweckgebunden“ vs. „Zur freien Verwendung“
Das ist der wichtigste Punkt, den du verstehen musst. Wenn du zur Bank gehst, hast du zwei Optionen:
- Der echte Autokredit (Zweckgebunden): Die Bank weiß, du kaufst ein Auto. Sie will meistens den Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) als Sicherheit haben. Dafür kriegst du bessere Zinsen (aktuell oft so um die 5-6 %).
- Der „Egal-was-du-kaufst“-Kredit (Freie Verwendung): Du kriegst das Geld aufs Konto und machst damit, was du willst. Zinsen sind hier meist höher (oft über 7-8 %).
Mein Tipp: Versuch immer erst Option 1. Auch bei Privatkauf! Viele wissen nicht, das man auch für den Kauf von „Otto Normalverbraucher“ einen zweckgebundenen Autokredit aufnehmen kann. Du musst der Bank nur später den Kaufvertrag und den Brief schicken.
Der Ablauf – Schritt für Schritt (damit nix schiefgeht)
Beim Händler unterschreibst du alles an einem Tisch. Bei Privatkauf musst du selbst laufen. So hab ich’s gemacht:
- Auto checken & Preis verhandeln: Fixiere den Preis mit dem Verkäufer. Handschlag reicht erstmal, aber mach idealerweise einen Vorvertrag.
- Kredit anfragen (Online!): Geh ins Netz. Vergleichsportale sind dein Freund. Gib an „Verwendungszweck: Gebrauchtwagen“. Wichtig: Die Kreditsumme sollte nicht höher sein als der Kaufpreis (Banken mögen keine „Überfinanzierung“).
- Auszahlung abwarten: Die meisten Direktbanken überweisen heute super schnell. Manchmal ist das Geld in 24h da.
- Bezahlen & Abholen: Jetzt wird’s spannend. Überweis dem Verkäufer das Geld oder heb es ab (Achtung: Große Summen Bargeld abheben muss man bei der Filiale oft anmelden!).
- Papierkram für die Bank: Sobald du den Wagen und die Papiere hast, schickst du den Brief (Zulassungsbescheinigung Teil II) per Einschreiben an die Bank. Damit sinkt dein Zins, weil die Bank eine Sicherheit hat.
Die Sache mit dem Fahrzeugbrief…
Viele Leute haben Schiss, den Brief aus der Hand zu geben. „Was, wenn ich das Auto verkaufen will?“
Keine Panik. Das ist Standard. Wenn du den Wagen später verkaufen willst, rufst du die Bank an. Oft schicken die den Brief zum Händler oder treuhändisch zu dir, sobald der neue Käufer den Ablösebetrag gezahlt hat. Das ist nervig, aber es spart dir bares Geld bei den Zinsen.
Und mal unter uns: Ein paar Prozentpunkte Zinsunterschied machen bei 20.000 € Kreditsumme schnell mal 500-600 Euro aus. Dafür klebe ich gerne mal eine Briefmarke auf einen Umschlag.
Achtung Falle: „Sicherungsübereignung“
Lies im Kleingedruckten nach, wie lange du Zeit hast, den Brief einzureichen. Meistens sind das 4 Wochen nach Auszahlung. Verpennst du das, stuft die Bank deinen Kredit oft automatisch auf „Freie Verwendung“ hoch – und zack, steigen deine Zinsen rückwirkend. Das will keiner. Also: Kalendereintrag machen!
Kaufst du auch von Privat oder nur beim Händler? Schreib mir gern in die Kommentare (wenn es welche gäbe, haha).