Steuererklärung: Kann ich meinen Autokredit eigentlich absetzen? (Die bittere Wahrheit & ein Schlupfloch)

22. Dezember 2025 | Ratgeber

Ho ho ho, liebe Leute! Alex hier.
Na, habt ihr alle Geschenke beisammen? Oder brennt der Baum schon – und zwar nicht wegen der Kerzen, sondern weil das Konto leer ist? Weihnachten ist teuer. Und wenn dann noch die monatliche Rate fürs Auto abgebucht wird, träumt man schnell davon, dass der Staat einem unter die Arme greift.
Ich kriege in letzter Zeit ständig Mails mit der Frage:
„Alex, die Zinsen sind so hoch. Kann ich die Kreditzinsen für meinen Privatwagen nicht bei der Steuer angeben?“
Die kurze Antwort ist: Meistens Nein.
Die lange Antwort (und warum du trotzdem Geld kriegst) liest du hier. Denn es gibt ein paar Mythen, mit denen wir mal aufräumen müssen, bevor du deine Steuererklärung für 2025 machst.

Die kalte Dusche für Arbeitnehmer

Ich mach es kurz und schmerzlos: Wenn du Angestellter bist und dein Auto privat nutzt (auch für den Weg zur Arbeit!), interessiert das Finanzamt deine Finanzierung nicht die Bohne.
Es ist dem Staat egal, ob du das Auto bar bezahlt hast, ob du es least oder ob du 8 % Zinsen bei der Bank abstotterst. Kreditzinsen sind „Privatvergnügen“ und keine Werbungskosten.
Viele verwechseln das mit Immobilienkrediten (bei Vermietung) oder Firmenwagen. Aber beim privaten PKW guckst du in die Röhre.
ABER: Das heißt nicht, dass du leer ausgehst.
Du kriegst dein Geld nur woanders her: Über die Pendlerpauschale.

Du bekommst (Stand 2025) 30 Cent für die ersten 20 Kilometer und 38 Cent ab dem 21. Kilometer. Und zwar völlig egal, wie teuer dein Kredit ist. Das ist die Pauschale, die alle Kosten (Sprit, Verschleiß, Wertverlust, Finanzierung) abdecken soll.

Die Ausnahme: Du bist Selbstständig oder Freiberufler

Hier wendet sich das Blatt. Wenn du – so wieich auch teilweise – auf eigene Rechnung arbeitest, dann ist der Autokredit pures Gold für die Steuer.
Wenn der Wagen zum Betriebsvermögen gehört, sind die Kreditzinsen Betriebsausgaben.
Das heißt: Jeder Euro Zinsen mindert deinen Gewinn und damit deine Steuerlast.

Deshalb lohnt es sich für Selbstständige oft sogar, absichtlich zu finanzieren statt bar zu zahlen, um Liquidität zu halten und Kosten zu generieren. Aber Vorsicht: Wenn du das Auto auch privat nutzt, musst du diesen Privatanteil wieder versteuern (Stichwort: 1-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch). Das ist ein Rechenexempel für deinen Steuerberater.

Das „Unfall-Schlupfloch“ (Wissen die wenigsten!)

Jetzt kommt noch ein Nischentipp, den man selten liest.
Es gibt eine Situation, wo auch der normale Angestellte Kreditzinsen absetzen kann.
Stell dir vor, du hast einen Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit.
Die Versicherung zahlt nicht alles oder du hast eine Selbstbeteiligung. Um die Reparatur (oder das Ersatzauto) zu bezahlen, musst du einen Kredit aufnehmen.
In diesem sehr speziellen Fall können die Zinsen für diesen „Reparatur-Kredit“ tatsächlich als außergewöhnliche Werbungskosten zählen, weil die Ursache beruflich veranlasst war (Weg zur Arbeit).

Das ist kompliziert und du brauchst Belege ohne Ende (Polizeibericht, Wegeprotokoll), aber es ist möglich.

Warum Leasing für Arbeitnehmer meistens Quatsch ist (steuerlich)

Ein weiterer Irrglaube: „Leasing kann man absetzen.“
Auch hier gilt: Nur wenn du selbstständig bist. Als Privatperson ist die Leasingrate reines Privatvergnügen. Da hilft auch kein „Barzahlungsrabatt“ Argument beim Finanzamt.

Mein Fazit zum Jahresende

Versuch nicht, das Finanzamt mit Tricks beim Autokredit auszutricksen. Die kennen alle Kniffe.Konzentrier dich lieber darauf, die Pendlerpauschale korrekt einzutragen. Da liegt für die meisten das echte Geld.Und noch was Wichtiges: Ich bin ein Auto-Nerd, kein Steuerberater! Gesetze ändern sich (gerade in Deutschland) schneller als mein alter Golf rosten konnte. Wenn du es genau wissen willst, frag einen Profi.

Genießt die Feiertage, esst nicht zu viel Gänsebraten und rutscht gut rein ins Jahr 2026! Wir lesen uns im neuen Jahr mit frischen Tipps.