E-Auto finanzieren: Lohnt sich der Stromer noch ohne die fette Förderung? (Mein knallharter Kosten-Check)
Sind wir mal ehrlich: Die Party scheint vorbei zu sein.
Vor ein paar Jahren hat uns der Staat das Geld für E-Autos förmlich hinterhergeworfen. BAFA-Prämie hier, Wallbox-Förderung da. Da war die Entscheidung leicht: „Her mit dem Tesla, zahlt ja eh der Steuerzahler zur Hälfte.“
Aber jetzt, im Jahr 2026? Der Wind hat sich gedreht. Viele Fördertöpfe sind leer oder die Bedingungen sind so kompliziert geworden, dass man einen Doktortitel braucht, um sie zu verstehen.
Deshalb fragen mich gerade extrem viele von euch:
„Lohnt es sich finanziell überhaupt noch, ein E-Auto zu finanzieren? Oder fahre ich mit einem modernen Diesel am Ende günstiger?“
Ich habe den Taschenrechner rausgeholt. Und ich sage euch: Es ist kompliziert. Aber es gibt einen „Hack“ bei der Finanzierung, den viele nicht kennen: Die grünen Autokredite.
Das Grundproblem: Der Kaufpreis tut weh
Fangen wir mit dem Elefanten im Raum an. E-Autos sind in der Anschaffung immer noch teurer als vergleichbare Verbrenner.
Ein VW ID.3 kostet Liste einfach mehr als ein Golf. Punkt.
Das bedeutet für uns als Kreditnehmer:
- Höhere Kreditsumme: Wir müssen uns mehr Geld leihen.
- Mehr Zinskosten: Wer 40.000 € finanziert, zahlt über 5 Jahre deutlich mehr Zinsen als jemand, der nur 25.000 € aufnimmt.
Wenn man nur auf den Kaufpreis schaut, verliert das E-Auto fast immer. Aber eine Finanzierung läuft ja über Jahre – und genau da dreht sich das Blatt oft.
Der Lichtblick: Was sind „Grüne Autokredite“?
Wusstet ihr, dass manche Banken euch belohnen, wenn ihr ein E-Auto (oder Hybriden) kauft?
Das nennt sich „Zweckgebundener Öko-Kredit“ oder „Green Loan“.Banken wie die DSL Bank, die GLS Bank oder teilweise auch große Anbieter wie die ING bieten manchmal Zinsrabatte an, wenn der CO2-Ausstoß des Wagens bei 0g liegt.Das sind oft nur 0,1 % oder 0,2 % weniger Zinsen.
Klingt nach wenig? Rechnen wir mal:
Bei 35.000 € Kreditsumme machen 0,2 % über die Laufzeit schnell mal 300 bis 400 Euro Ersparnis aus. Das ist einmal Wallbox installieren gratis.
Mein Tipp: Achtet beim Vergleich im Kreditrechner unbedingt darauf, ob es einen speziellen Tarif für E-Fahrzeuge gibt!
Die Falle: Das „Restwert-Risiko“ (Warum ich hier vorsichtig bin)
Hier muss ich kurz den Spielverderber spielen. Bei einem Benziner wissen wir ungefähr, was der nach 8 Jahren noch wert ist.
Beim E-Auto? Da ist die Batterie die große Unbekannte.
Die Technik entwickelt sich so schnell, dass ein E-Auto von heute in 5 Jahren vielleicht als „technisch veraltet“ gilt.
Wenn ihr den Wagen finanziert (also kauft), liegt dieses Risiko zu 100% bei EUCH.
Wenn ihr das Auto in 5 Jahren verkaufen wollt und keiner will es haben, weil die neuen Modelle doppelt so weit fahren, habt ihr ein Problem.
Meine Strategie:
Wer E-Auto fahren will, sollte sich das Leasing (siehe meinen Artikel zum Leasing-Vergleich) zumindest mal sehr genau anschauen. Da gebt ihr das Batterie-Risiko einfach an den Händler zurück.
Wenn ihr aber finanzieren wollt (weil ihr Eigentum liebt, so wie ich), dann plant den Wagen lange zu fahren. „Auffahren“ ist beim E-Auto finanziell oft sinnvoller als „Wiederverkaufen“.
Der „THG-Hack“: Wie das Auto seine eigenen Zinsen zahlt
Das hier ist mein Lieblings-Feature bei E-Autos, das viele Finanzierer vergessen einzukalkulieren.
Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote).
Klingt bürokratisch, ist aber bares Geld. Ihr könnt euer eingespartes CO2 an Mineralölkonzerne verkaufen. Dafür gibt es diverse Anbieter im Netz.Das bringt euch aktuell (je nach Marktlage) zwischen 100 € und 300 € pro Jahr bar auf die Kralle.
Mein-Trick:
Ich nutze dieses Geld gedanklich nicht zum Eis essen, sondern betrachte es als Zins-Zuschuss.
Wenn ich im Jahr 250 € THG-Prämie bekomme, deckt das bei einem günstigen Kredit oft schon einen Teil der Zinslast.Das E-Auto hilft also aktiv dabei, seinen eigenen Kredit abzubezahlen. Welcher Diesel kann das von sich behaupten? Eben. Keiner.
Die Rechnung: Verbrenner vs. Stromer (TCO)
Lass uns das mal konkret machen.
Wir vergleichen über 5 Jahre Haltedauer.
| Posten | Verbrenner (Kaufpreis 30.000 €) | E-Auto (Kaufpreis 38.000 €) |
| Monatliche Rate (Kredit) | ca. 560 € | ca. 710 € |
| Sprit / Strom (monatl.) | 150 € (Benzin teuer!) | 70 € (Zuhause laden) |
| Kfz-Steuer (jährlich) | ca. 180 € | 0 € (bis 2030 befreit) |
| Wartung / Inspektion | ca. 400 € / Jahr (Ölwechsel etc.) | ca. 150 € / Jahr (kaum Verschleiß) |
| THG-Quote (Einnahme) | 0 € | + 250 € / Jahr |
Das Ergebnis:
Ja, die Kreditrate beim E-Auto ist deutlich höher (hier ca. 150 € mehr im Monat).
ABER: Durch die wegfallenden Spritkosten, keine Steuer, kaum Wartung und die THG-Einnahme holt das E-Auto jeden Monat extrem auf.
Je mehr ihr fahrt (Pendler!), desto schneller lohnt sich das E-Auto, trotz der teureren Finanzierung. Wer nur 5.000 km im Jahr zum Supermarkt zuckelt, für den bleibt der billige gebrauchte Benziner wahrscheinlich günstiger.
Nicht blind dem Hype folgen, sondern rechnen
Lohnt sich E-Auto Finanzierung 2025?
Ja, wenn:
- Du zuhause oder beim Arbeitgeber günstig laden kannst.
- Du mehr als 10.000 km im Jahr fährst.
- Du einen „Grünen Kredit“ mit Zinsrabatt findest.
- Du die THG-Quote konsequent mitnimmst.
Nein, wenn:
- Du Laternenparker bist und teuren öffentlichen Strom laden musst.
- Du das Auto nach 3 Jahren wieder verkaufen willst (zu hohes Wertverlust-Risiko -> Dann lieber Leasen!).
Lasst euch nicht von der Politik verrückt machen. Rechnet es für eure Situation durch. Manchmal ist der langweilige gebrauchte Kombi für 15.000 € finanziell einfach die vernünftigere Entscheidung als der schicke Tesla. Auch wenn das auf Instagram nicht so cool aussieht. 😉
Fahrt ihr schon elektrisch oder bleibt ihr dem Verbrenner treu? Habt ihr spezielle Öko-Kredite genutzt? Schreibt mir eure Erfahrungen in die Kommentare!