Autokredit als Azubi oder Student? Wie du trotz „Mini-Gehalt“ mobil wirst (und wo die Falle lauert)
Ich erinner mich noch gut an meine Ausbildungszeit. Das Gehalt war… naja, sagen wir mal „überschaubar“. Reichte gerade so für Miete, Döner und Feiern am Wochenende. Aber ich brauchte dringend ein Auto, um zur Berufsschule zu kommen (die natürlich am Arsch der Welt lag).
Das Problem: Ich ging zur Bank, voller Hoffnung. Der Berater guckte auf meinen Azubi-Vertrag, lächelte mitleidig und sagte: „Kommen Sie wieder, wenn Sie fest angestellt sind.“
Bäm. Tür zu.
Geht es dir gerade auch so? Bist du Azubi, Student oder Berufseinsteiger und brauchst einen fahrbaren Untersatz, aber die Banken winken ab?
Das ist frustrierend, aber kein Grund aufzugeben. Es ist schwieriger für dich, ja. Aber nicht unmöglich. Ich zeig dir, wie du die Bank trotzdem überzeugst.
Warum die Banken dich (bisher) hassen
Es ist nichts Persönliches. Banken lieben Sicherheit. Und als Azubi oder Student hast du gleich zwei Probleme auf der Stirn stehen:
- Das Einkommen ist zu niedrig: Es gibt eine „Pfändungsfreigrenze“. Die liegt aktuell (2026) bei rund 1.400 Euro Netto für Singles. Verdienst du weniger (was als Azubi normal ist), kann die Bank im Notfall nichts von deinem Lohn pfänden. Für die Bank heißt das: Null Sicherheit.
- Der Vertrag ist befristet: Deine Ausbildung endet in 2 Jahren. Dein Studium ist ungewiss. Die Bank hat Angst, dass du danach arbeitslos bist und die Raten nicht mehr zahlst.
Trick 1: Der „Mama-Papa-Joker“ (Bürgschaft)
Ich weiß, man will unabhängig sein. Man will erwachsen sein. Aber wenn dein Einkommen unter 1.000 € liegt, ist das der einzige seriöse Weg.
Frag deine Eltern (oder Großeltern), ob sie als Mitantragsteller oder Bürge in den Vertrag gehen.
Das ändert alles. Plötzlich rechnet die Bank mit zwei Einkommen. Die Zinsen sinken massiv und die Zusage ist fast sicher (vorausgesetzt, deine Eltern haben eine saubere Schufa).
Deal: Du zahlst die Raten von deinem Konto, aber deine Eltern stehen mit im Vertrag zur Sicherheit.
Trick 2: Die Autobank ist dein Freund (manchmal)
Hier ist ein Geheimnis: Die Banken der Autohersteller (VW Bank, BMW Bank etc.) sind oft lockerer als deine Hausbank oder die ING/DKB.
Warum?
Weil die Hausbank nur Geld verleihen will. Die Autobank will aber Autos verkaufen.
Wenn du beim Händler stehst und einen günstigen Gebrauchten (z.B. für 8.000 €) finanzieren willst, drücken die Autobanken bei Azubis oft ein Auge zu, solange:
- Du die Probezeit bestanden hast.
- Du bei deinen Eltern wohnst (wenig Ausgaben).
- Die Laufzeit des Kredits innerhalb deiner Ausbildungszeit liegt.
Wichtig: Versuch nicht, den Kredit über das Ende deiner Ausbildung hinaus laufen zu lassen. Das lehnen fast alle ab. Wenn du noch 24 Monate Ausbildung hast, mach eine Finanzierung über 24 Monate. Ja, die Rate ist dann höher, aber die Chance auf Zusage steigt.
Die absolute „No-Go-Zone“: Dispo und Kreditkarten
Bitte, tu mir einen Gefallen. Wenn dir die Bank keinen Ratenkredit gibt, komm niemals auf die Idee, das Auto über den Dispo (Überziehungskredit) zu kaufen. Du zahlst da 12 % bis 16 % Zinsen. Das frisst dich auf. Du kommst aus den Miesen nie wieder raus, weil dein Gehalt zu niedrig ist, um das Loch zu stopfen.
Auch diese Werbung im Internet („Kredit für Azubis ohne Schufa – Geld sofort!“): Finger weg. Das sind oft Vermittler, die dir erst eine teure „Finanzsanierung“ oder Versicherung andrehen wollen. Du zahlst Gebühren und kriegst am Ende keinen Cent.
Klein anfangen…
Ich hab damals übrigens keinen Neuwagen finanziert. Es wurde ein 8 Jahre alter Opel Corsa. Finanziert über die Hausbank meiner Eltern, wo mein Vater mit unterschrieben hat. Es war nicht der coolste Wagen auf dem Parkplatz, aber er hat mich von A nach B gebracht – und ich hatte keine schlaflosen Nächte wegen Schulden. Also: Check deine Möglichkeiten, frag zuhause nett nach Unterstützung und kauf dir keinen AMG, wenn du nur Bafög kriegst. 😉
Viel Erfolg bei der Prüfung (und beim Autokauf)!