Der Traum vom Vanlife: Warum du ein Wohnmobil anders finanzieren musst als einen Golf (Laufzeit-Hack!)
Hand aufs Herz: Wer von euch scrollt abends auch durch Instagram und sieht diese perfekten Bilder? Ein gemütliches Bett in einem VW Bus, die Hecktüren offen, Blick aufs Meer und in der Hand einen Kaffee. #Vanlife.
Ich erwische mich da ständig bei. Und dann gucke ich nach den Preisen für so einen Camper und falle fast vom Stuhl. 60.000 Euro für einen Kastenwagen? 80.000 Euro für ein „richtiges“ Wohnmobil? Das zahlt man nicht mal eben aus der Portokasse.
Wenn du gerade planst, dir dieses Jahr den Traum von der Freiheit auf vier Rädern zu erfüllen, musst du wissen: Eine Wohnmobil-Finanzierung tickt anders als ein normaler Autokredit.
Wer hier mit den falschen Erwartungen rangeht, zahlt sich dumm und dämlich – oder kriegt erst gar keinen Kredit. Hier sind die Fallstricke, die mir bei meiner Recherche aufgefallen sind.
1. Die Laufzeit: Trau dich an die „10 Jahre“ ran
Bei einem normalen PKW sage ich immer: „Finanziere niemals länger als 4 oder 5 Jahre.“ Warum? Weil die Karre danach oft nichts mehr wert ist oder auseinanderfällt. Bei Wohnmobilen ist das anders. Die Dinger sind extrem wertstabil (schaut euch mal die Preise für 10 Jahre alte Modelle an, Wahnsinn!). Deshalb spielen Banken hier ganz anders mit. Es gibt spezielle Caravan-Kredite, die Laufzeiten bis zu 96 oder sogar 120 Monaten (10 Jahre!) erlauben.
Warum ist das gut?
Bei Summen von 60.000 € brauchst du diese lange Laufzeit, um die monatliche Rate bezahlbar zu halten.
- Beispiel: 50.000 € Kredit bei 6 % Zins.
- Laufzeit 5 Jahre: Rate ca. 966 € (Autsch!)
- Laufzeit 10 Jahre: Rate ca. 555 € (Machbar!)
Klar, du zahlst über die 10 Jahre insgesamt mehr Zinsen. Aber ein Camper ist eher wie eine kleine Immobilie zu sehen, nicht wie ein Wegwerf-Artikel.
2. Vorsicht beim „Selbstausbau“ (Die Bank hasst Bastler)
Das ist der Punkt, wo die meisten scheitern. Du willst dir einen leeren Transporter (Sprinter, Ducato) kaufen und ihn selbst zum Camper ausbauen? Cooles Projekt. Aber die Bank spielt da oft nicht mit.
Das Problem: Wenn du einen „Wohnmobil-Kredit“ (zweckgebunden) beantragst, will die Bank den Fahrzeugbrief. Die Bank sieht im System aber nur einen „LKW Kastenwagen“ (den leeren Transporter). Der ist für die Bank viel weniger wert und schlechter wiederverkaufbar als das fertige Wohnmobil, das du in deinem Kopf hast.
Mein Tipp: Wenn du selber ausbauen willst, nimm keinen zweckgebundenen Autokredit, sondern einen Ratenkredit zur freien Verwendung.
Der ist vielleicht 0,5 % teurer, aber du sparst dir den Stress mit der Zulassungsstelle, Umschreibung und Wertermittlung gegenüber der Bank. Und du musst den Brief nicht abgeben.
3. Vergiss das Zubehör nicht!
Wenn du beim Händler stehst, lass dir nicht nur das nackte Fahrzeug finanzieren. Markise, Fahrradträger, Solaranlage, Sat-Schüssel… das läppert sich schnell auf 5.000 € extra. Gute Händlerbanken packen das mit in die Finanzierungssumme. Aber frag vorher! Nichts ist ärgerlicher, als wenn das teure Wohnmobil vor der Tür steht, aber du kein Geld mehr für Campingstühle und Gasflaschen hast.
4. Die Anzahlung ist hier Pflicht
Während man Autos oft „ohne Anzahlung“ finanziert kriegt, sehen Banken das bei Luxusgütern (und das ist ein Camper nun mal) ungern.
Versuch mindestens 15-20 % des Kaufpreises als Eigenkapital mitzubringen. Das senkt nicht nur die Zinsen enorm, sondern erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Zusage drastisch. Banken wissen: Wer 10.000 € gespart hat, ist meistens ein solider Zahler.
Seid ihr Team „Fertig kaufen“ oder Team „Selber schrauben“?