„Das teuerste Auto, das ich nie gekauft habe“
Es stand da.
Schwarz, glänzend, innen Leder, außen genau diese Linie, bei der man automatisch langsamer darum herumläuft. Kein Supersportwagen, kein Protz. Aber ein Auto, bei dem man spürt: Das wäre ein Statement.
Ich hätte es kaufen können.
Nicht bar. Aber mit Kredit.
Die Rate hätte gepasst. Zumindest auf dem Papier.
Und trotzdem bin ich gegangen.
Der Moment, in dem alles logisch schien
Der Verkäufer war ruhig, professionell, nicht aufdringlich.
Er hat mir nichts aufgeschwatzt. Er hat gerechnet.
Laufzeit gestreckt.
Zins akzeptabel.
Schlussrate „überschaubar“.
Es war eines dieser Angebote, bei denen man sich denkt:
Wenn nicht jetzt – wann dann?
Ich saß im Auto, Hände am Lenkrad, hab den Motor gestartet.
Und für einen kurzen Moment war alles richtig.
Dann kam die andere Rechnung
Nicht die der Bank.
Meine.
Ich dachte an die nächsten Jahre.
An Monate, die nicht perfekt laufen.
An das Gefühl, jeden Monat zuerst an das Auto zu denken – und dann an alles andere.
Ich stellte mir vor, wie dieses Auto langsam Alltag wird.
Wie der Glanz verschwindet, die Rate aber bleibt.
Und plötzlich fühlte sich das Auto schwer an.
Nicht finanziell.
Emotional.
Warum ich Nein gesagt habe
Nicht, weil ich mir das Auto nicht leisten konnte.
Sondern weil es mir etwas genommen hätte:
Spielraum.
Gelassenheit.
Diese innere Ruhe, zu wissen: Ich muss nichts kompensieren.
Ich bin ausgestiegen, habe mich bedankt und bin gefahren.
Mit meinem damaligen Auto.
Älter. Unauffälliger. Aber bezahlt.
Was ich daraus gelernt habe
Manche Käufe kosten mehr als Geld.
Sie kosten Freiheit im Kopf.
Das teuerste Auto ist nicht das mit dem höchsten Preis.
Es ist das, das man kauft, obwohl man innerlich schon zweifelt.
Heute bin ich froh, dass ich dieses Auto nie besessen habe.
Nicht aus Vernunft.
Sondern aus Klarheit.
Nicht jeder Traum muss finanziert werden.
Manche Träume sind besser, wenn man an ihnen vorbeigeht –
und dabei merkt, dass man nichts verloren hat.
Im Gegenteil.